Alle Artikel
Strategie
6 Min
Lesezeit

Videopodcast für Unternehmen: Setup, Ablauf und Formate

Das Wissen in deinem Unternehmen ist dein Vorsprung, aber nur, wenn es jemand sieht. Hier erfährst du, wie ein Videopodcast aufgebaut ist, wie ein Aufnahmetag abläuft und wie aus jeder Folge Clips für Social Media werden.

Paul Koch
Paul Koch
Gründer, KochProductions
Inhalt
0 % gelesen
Inhalt · 0 %

Warum ein Videopodcast mehr ist als Audio

In jedem Unternehmen steckt Wissen, das Kunden interessieren würde. Es findet in Meetings, Kundengesprächen und am Telefon statt. Außerhalb sieht es niemand.

Ein Videopodcast macht dieses Wissen sichtbar und wiederverwendbar. Anders als ein reiner Audiopodcast liefert er Gesichter, Gestik und Atmosphäre. Wer dich vorher gesehen und gehört hat, kennt dich schon beim ersten Gespräch. Das ist im Vertrieb ein echter Vorteil.

Und aus einer Aufnahme entsteht viel mehr als eine Folge: Clips für LinkedIn und Instagram, Material für die Website und kurze Aussagen, die dein Vertrieb weiterleiten kann.

Das richtige Format finden

Bevor es um Kameras geht, klär, wen du erreichen willst und welche Fragen diese Menschen haben. Jede Folge sollte etwas beantworten. Daraus ergibt sich das Format:

  • Expertengespräch: Fachleute aus deinem Unternehmen sprechen über ein Thema, das deine Kunden beschäftigt.
  • Gast aus der Branche: Partner, Kunden oder Experten von außen bringen eine zweite Perspektive und eigene Reichweite mit.
  • Geschäftsführung im Gespräch: Haltung, Entscheidungen und Ausblick. Gut für Positionierung und Employer Branding.
  • Serie mit festen Rubriken: Wiederkehrende Formate, die Zuschauer wiedererkennen und auf die sie warten.

Leg außerdem Name, Ablauf und erste Themen fest. Ein Themenplan für mehrere Folgen verhindert, dass nach der dritten Aufnahme die Ideen ausgehen.

Das Setup: Raum, Kameras, Licht und Ton

Für interne Calls reicht die Webcam. Für einen Auftritt, der Kompetenz ausstrahlt, braucht es mehr. Ein professioneller Videopodcast wird mit mehreren Kameras aufgezeichnet, damit im Schnitt zwischen Totale und Nahaufnahmen der Sprechenden gewechselt werden kann. Mehr dazu erklärt der Begriff Mehrkameradreh.

Ton ist dabei mindestens so wichtig wie Bild. Ein schlechtes Bild verzeiht man eher als einen hallenden Raum oder rauschende Stimmen. Deshalb bekommt jede Person ein eigenes Mikrofon, und der Raum wird so gewählt, dass er nicht hallt.

Das Set selbst muss nicht im Studio stehen. Ein Besprechungsraum, die Werkhalle im Hintergrund oder eine passende Location können sogar besser wirken, weil sie zu deinem Unternehmen gehören. Wichtig ist, dass Licht und Gestaltung zu deiner Marke passen.

Der Ablauf am Aufnahmetag

Deine Experten müssen keine Moderatoren sein. Ein gutes Produktionsteam bereitet Fragen vor, bespricht den Gesprächsaufbau und sorgt für eine Atmosphäre, in der Menschen frei sprechen. Niemand muss etwas auswendig lernen.

Plane den Tag so, dass mehrere Folgen entstehen. Set, Licht und Technik werden nur einmal aufgebaut, Gäste kommen in festen Zeitfenstern. So hast du nach einem Tag Material für Wochen und musst nicht für jede Folge neu planen.

Ein kurzer Probelauf vor der ersten Aufnahme hilft allen, sich an Kameras und Mikrofone zu gewöhnen. Nach wenigen Minuten vergessen die meisten, dass aufgezeichnet wird. Dann beginnen die guten Gespräche.

Plane zwischen den Folgen kurze Pausen ein. Gäste brauchen einen Moment zum Ankommen, und das Team kann Ton und Bild prüfen, bevor es weitergeht. Ein entspannter Tag mit klaren Zeitfenstern bringt am Ende bessere Gespräche als ein durchgetakteter Marathon.

Und denk an die Auswahl der Gäste. Gute Gesprächspartner sind nicht unbedingt die, die am lautesten sind, sondern die, die etwas zu erzählen haben und ehrlich antworten.

Aus einer Folge werden viele Clips

Viele schauen keine ganze Folge. Das ist kein Problem, wenn du es einplanst. Aus jedem Gespräch werden die stärksten Aussagen als kurze Clips geschnitten, im Hochformat und mit Untertiteln, damit sie auch ohne Ton und ohne Kontext funktionieren.

So arbeitet jede Folge über Wochen weiter, auch bei Menschen, die nie eine ganze Episode hören. Die ganze Folge läuft auf YouTube, Spotify und deiner Website. Die Clips holen Zuschauer auf LinkedIn und Instagram ab. Wie du aus einer Aufnahme möglichst viel machst, liest du im Ratgeber Content Recycling mit Video.

Bei Sirio Europe ist der Podcast Teil einer Content Partnerschaft über vier Jahre, neben Recruiting, Messen und Summits. Aufgezeichnet wurde unter anderem in Berlin und Barcelona, mit Set, Licht, Kamera und Schnitt aus einer Hand.

Regelmäßigkeit schlägt Perfektion

Eine einzelne Folge ist ein guter Test, aber selten ein Durchbruch. Sichtbarkeit entsteht durch Regelmäßigkeit. Zuschauer gewöhnen sich an einen Rhythmus und kommen wieder, wenn sie wissen, wann es weitergeht.

Deshalb lohnt es sich, in Staffeln zu denken: mehrere Folgen an einem Drehtag, veröffentlicht über Wochen, dazwischen Clips auf deinen Social Media Kanälen. Schau nach einiger Zeit, welche Themen und Gäste am meisten Reaktionen bringen, und plane die nächste Staffel danach.

Wie wir Videopodcasts für Unternehmen umsetzen, von Konzept bis Clip, findest du auf unserer Seite zum Videopodcast.

Häufige Fragen

Wo nehmen wir den Videopodcast auf?

Bei dir im Unternehmen oder an einer passenden Location. Licht, Kameras und Ton kommen mit, und das Set wird so gebaut, dass es zu deiner Marke passt.

Wie viele Folgen schaffen wir an einem Tag?

Das hängt von Länge und Ablauf ab. Wir planen den Tag so, dass mehrere Folgen entstehen, und sagen dir vorher, womit du rechnen kannst.

Brauchen wir einen eigenen Moderator?

Nicht unbedingt. Mit vorbereiteten Fragen und einem klaren Gesprächsaufbau kann auch jemand aus deinem Team durch die Folge führen, ohne sich verstellen zu müssen.

Projekt anfragen

Lass uns reden.

Erzähl uns in zwei Minuten, was du vorhast. Wir melden uns persönlich mit einer ehrlichen Einschätzung.